 20. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Schulter- und Ellbogenchirurgie (SECEC) vom 20.-23.9.2006 in Athen Vortrag von Herrn PD Dr. Dirk Böhm zum Thema: Altersabhängige Ergebnisse nach offener Rotatorenmanschettenrekonstruktion Age depending outcome of open rotator cuff repair T.D. Boehm*, O. Rolf**, B. Baumann**, M. Glatzel**, N. Wollmerstedt**, F. Gohlke** Orthopädisch-Unfallchirurgische Gemeinschaftspraxis Drs. Jansen/Raab/Böhm, Würzburg Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus, Würzburg Aim: The patient’s age was described as one factor having a big influence on the success of rotator cuff surgery. With this retrospective study the relevance of the patient’s age (below 60 compared to 60 and older) on the functional and structural outcome of open rotator cuff repairs and the difference in defect size, affections of the acromioclavicular joint (ACJ) and the long head of biceps (LHB) was analysed. Method: Group 1 consisted of 76 patients, 60 years and older (60-78 years) and group 2 of 166 patients below 60 years were reassessed after a minimum follow-up of 2 years after open rotator cuff repair. Intraoperatively the tear size, affections of the ACJ and LHB were recorded. The postoperative examination protocol included clinical and sonographical assessment and the evaluation of the Constant-score. Results: Regarding tear size (p=0.591), complete LHB ruptures (p=0.61) and re-tears verified by follow-up ultrasonography (p=0.341) no significant differences were found. The age-and gender adapted Constant-score of Group 1 (90%) was significantly (p=0.002) better than in Group 2 (81.1%). In group 1 the ACJ (p<0.001) and LHB (p=0.002) were found to have a significantly higher rate of relevant pathologic changes. Conclusion: Our data demonstrate no significant differences regarding the rate of re-tears and the functional outcome, measured with the Constant-score, between both groups. The average age and gender adapted Constant-score in patients 60 and older even was 9% higher than in patients below 60 years. Therefore the age of a patient should not be the main criterion to decide the therapy for patients with rotator cuff tears. As the ACG and LHB had a significantly higher rate of relevant pathologies with increasing age, a sorrow pre- and intraoperative assessment is mandatory. Deutsche Übersetzung: Vergleich der funktionellen Ergebnissen nach Rekonstruktion der Rotatorenmanschette bei Patienten vor und ab der 6. Lebensdekade Studienziel: Die zunehmende Inzidenz von Rotatorenmanschettendefekten (RMD) mit steigendem Alter stellt den Schulterchirurgen immer häufiger vor die Entscheidung, ob denn auch beim älteren Patienten eine Rekonstruktion sinnvoll und zu empfehlen ist. Anhand einer retrospektiven Analyse soll die Frage geklärt werden, in wieweit sich die klinischen Ergebnisse nach offener Rekonstruktion eines RMD, die Defektgröße, Begleitpathologien und Redefektrate bei Patienten ab dem sechzigsten Lebensjahr von denen jüngerer Patienten unterscheiden. Material und Methoden: Bei 76 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren (60-78 Jahre) und bei 166 Patienten unter 60 Jahren wurde eine Rekonstruktion eines Rotatorenmanschettendefektes durchgeführt. Es erfolgte eine genaue Analyse aller intraoperativ erhobenen Befunde hinsichtlich der Rupturgröße, Affektionen des Acromioclavicular-Gelenks (ACG) und der langen Bizepssehne (LBS). Nach einem Follow-up von mindestens 2 Jahren wurde der Constant-Score erhoben sowie eine klinische und sonographische Nachuntersuchung durchgeführt. Ergebnisse: Die beiden Gruppen unterschieden sich hinsichtlich der intraoperativ gefundenen Rupturgröße (p=0,591) und der Häufigkeit kompletter LBS-Rupturen (p=0,61) sowie der Häufigkeit der sonographisch gefundenen Redefekte (p=0,341) nicht signifikant. Jedoch hatten die Patienten ab 60 Jahren mit einem durchschnitt-lichen alters- und geschlechtskorrigierten Constant-Score von 90% (13-126%) signifikant bessere Werte (p=0,002) als die Gruppe unter 60 Jahren mit 81,1 % (15-116%). Bei den Patienten ab 60 fanden sich signifikant häufiger therapierelevante Affektionen des ACG (p<0,001) und der LBS (p=0,002). Schlussfolgerungen: Diese Daten zeigen für beide Gruppen keine signifikanten Unterschiede der Defektgröße, LBS-Rupturen und der Rate an Rezidivdefekten. Das ACG und die LBS waren mit zunehmendem Alter signifikant häufiger betroffen. Überraschenderweise war der Constant-Score bei den älteren Patienten signifikant besser. Diese Ergebnisse zeigen, dass eine Rekonstruktion der Rotatorenmanschette auch bei älteren Patienten gute Ergebnisse liefert und daher ein höheres Lebensalter keine Kontraindikation zur OP darstellen sollte. Bereits im Vorfeld sollte ein besonderes Augenmerk auf das ACG und die LBS gerichtet werden. |